Steinbruchlehrpfad Königshainer Berge
Ort: Wald nördlich von Königshain
Sehenswürdigkeit: Zeugen des Granitabbaus
Länge: 5 Kilometer
Schwierigkeit: mittel, festes Schuhwerk günstig
Anreise mit PKW: A4 bis Abfahrt 92 Nieder-Seifersdorf, K 8402 nach Südosten bis Königshain, am Hinweisschild nach Norden abbiegen
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bus 145 aus Görlitz und Weißenberg
Start: Wanderparkplatz Königshain-Hochstein
Stationen: Granitabbaumuseum - Lastenbahn Thadenbruch - Blick in den Thadenbruch - ehemalige Schmiede - Felsformation Kaffeekrug - Blick in den Hamannbruch - Steinerner Tisch - Totenstein - Paradiesfelsen - Hochstein mit Gastronomie und Aussichtsturm
Der Königshainer Granit ist ein magmatisches Tiefengestein, das in mehreren Kilometern Tiefe in der Erdkruste aus einer über 700 °C heißen Schmelze kristallisierte. Die Schmelze drang vor ca. 313 Millionen Jahren an einer tiefreichenden Störungszone, der Innerlausitzer Störung, in den Lausitzer Granodiorit-Komplex ein und erstarrte. Das Gestein wird aus den Mineralen Quarz und Feldspat sowie den Glimmern Biotit und untergeordnet Muskovit aufgebaut. Es ist massig und weist ein gleichkörniges und richtungsloses kristallines Gefüge auf.
Seit mehreren hundert Millionen Jahren wurde das Dach des Granits erodiert, bis dieser die Erdoberfläche erreichte. Da der Granit relativ verwitterungsbeständig ist, bildet er Felsen, wo er an die Tagesoberfläche gelangt. Durch Druckentlastung beim Aufstieg des Tiefengesteins, entwickelte sich ein dreidimensionales Netzwerk an Klüften. An diesen Klüften greifen sowohl chemische Verwitterung durch Mineralumwandlung als auch physikalische Verwitterung durch Frost-Tau-Wechsel an. Die Gesteinsblöcke werden an ihren Kanten und Ecken abgerundet und das Gesteinsgefüge lockert sich auf. So entstehen sogenannte Wollsäcke: Gesteinsblöcke, die wie Kissen übereinander liegen, welche den Felsen ihr typisches Aussehen verleihen.
In den Königshainer Bergen ragten einst ca. 100 Felskuppen auf. Seit dem 19. Jahrhundert wurde der Granit abgebaut und als Werkstein u.a. zum Bau des Berliner Reichstags verwendet. Während der bergbaulichen Tätigkeit wurden die meisten Felskuppen abgetragen, sodass heute nur noch einige wenige übrig sind. Stattdessen findet man zahlreiche Senken mit steilen Wänden: die Steinbrüche.
Begibt man sich vom Wanderparkplatz Königshain nach Norden, kann man auf dem Steinbruch-Lehrpfad die Zeugen des Granitabbaus erkunden. Im Granitabbaumuseum erfährt man viel über die Geschichte des Bergbaus. Relikte technischer Anlagen wie der Lastenbahn und der Schmiede lassen sich im Umfeld entdecken.
Die Steinbrüche sind heute geflutet, und man kann über die steilen Abbauwände hinweg in die Steinbruchseen schauen. Zwischen ihnen stehen die verbliebenen Felsformationen. Die Sehenswürdigkeiten sind mit Informationstafeln versehen. Aussichtsturm und Gaststätte auf dem Hochstein laden zur Einkehr ein.