Hauptinhalt

Wolkensteiner Schweiz

Felsen in der Wolkensteiner Schweiz mit Blick ins Zschopautal
Felsen in der Wolkensteiner Schweiz mit Blick ins Zschopautal. Das plattige Erscheinungsbild des Felsens wird durch die Foliation des Gneise verursacht.  © LfULG

Ort: Osthang des Zschopautals bei Wolkenstein

Sehenswürdigkeit: Felsen aus Zweiglimmergneis

Länge: 2,5 Kilometer

Schwierigkeit: schwer, feste Schuhe werden empfohlen

Anreise mit PKW: B174 bis Zschopau, Zschopaustraße nach Süden bzw. B101 bis Warmbad, Kreuzung B101 Talstraße - Zschopautalstraße, Parkplatz am Bahnhof Warmbad

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: RB 80 Chemnitz-Hauptbahnhof - Annaberg-Buchholz / Cranzahl bis zum Haltepunkt Warmbad

Start: Haltepunkt Warmbad

Stationen: über die Brücke auf das rechte Zschopauufer queren, von da flussaufwärts über den Floßplatzer Weg, alpinen Wandersteig, Heidelbachstraße, Annaberger Straße, Wolfsschlucht, Wolkensteiner Burgberg

/
(© LfULG)

Alpiner Wanderweg durch die Wolkensteiner Schweiz zwischen Wolkenstein und Warmbad.

Alpiner Wanderweg durch die Wolkensteiner Schweiz zwischen Wolkenstein und Warmbad.
/
(© LfULG)

Wanderweg Wolfsschlucht am Burgberg Wolkenstein

Wanderweg Wolfsschlucht am Burgberg Wolkenstein
/
(© LfULG)

Blick von der Wolfsschlucht hinab ins Zschopautal.

Blick von der Wolfsschlucht hinab ins Zschopautal.

Der Weg durch die Wolkensteiner Schweiz führt durch Zweiglimmergneis. Dieser beinhaltet neben den Hauptbestandteilen Feldspat und Quarz auch hellen und dunklen Glimmer. Der Hellglimmer glänzt deutlich auf den Foliationsflächen des Gesteins. Diese sind engständig und parallel ausgebildet und liegen meist flach. Sie geben dem Gestein sein typisches plattiges Erscheinungsbild. Dieses Gestein steht an der B101 am Bahnhof Warmbad an, bildet die Felsen am alpinen Wandersteig und den Burgberg Wolkenstein.

Aus geochemische Gesteinsanalysen hat man ableiten können, dass das Ausgangsgestein des Zweiglimmergneises eine proterozoische Grauwacke mit einem Alter von ca. 520-575 Millionen Jahren war, wie sie heute noch in der Lausitz zu finden ist. Die Metamorphose fand vor 340-330 Millionen Jahren statt. Ein wichtiges Indiz für die Bedingungen der Gesteinsumwandlung ist der Hellglimmer. Dieses Mineral bildet sich bei Druck-betonter Metamorphose und zeigt an, dass der Gneis in einer Subduktionszone versenkt wurde. Anschließend wurde er wieder in die Oberkruste zurückgeführt und zwischen anderen metamorphen Gesteinen des Erzgebirges platziert. 
 

/
(© LfULG)

Zweiglimmergneis: Blick auf eine Foliationsfläche mit Hellglimmerkristallen.

Zweiglimmergneis: Blick auf eine Foliationsfläche mit Hellglimmerkristallen.
/
(© LfULG)

Zweiglimmergneis: Blick senkrecht zur Foliation. In dieser Blickrichtung sind besonders die hellen Feldspatkristalle gut zu erkennen.

Zweiglimmergneis: Blick senkrecht zur Foliation. In dieser Blickrichtung sind besonders die hellen Feldspatkristalle gut zu erkennen.
/
(© LfULG)

Burgberg Wolkenstein: Gneis mit Quarzgang

Gneis mit Quarzgang

Obwohl der damals abgelaufene Prozess spektakulär gewesen sein muss, ist das heutige Landschaftsbild erst viel später vor wenigen, maximal 15 Millionen Jahren entstanden. In dieser Zeit gelangte Mitteleuropa in einen kompressiven Spannungszustand, welcher durch die Einengung zwischen Afrika und Europa sowie die Öffnnung des Nordatlantiks verursacht wurde. Es bildeten sich Störungszonen in der Erdkruste aus, an denen Bruchschollen gehoben oder gekippt wurden, sodass unsere Mittelgebirge entstanden

Das Zschopautal folgt der N-streichenden Tepla-Annaberg-Döbeln-Bruchzone, die das Erzgebirge kreuzt. Geomorphologische Indikatoren wie Topographic Position Index, Slope Gradient und Surface Roughness belegen, dass es sich um eine junge, geomorphologisch aktive Störung handelt. Dies zeigt sich auch optisch durch den tiefen Einschnitt des Tals und die steilen Felswände. 

Eine steilstehende Störung als Teil der Bruchzone ist an der Ostseite der Annaberger Straße unweit der Kursächsischen Postmeilensäule aufgeschlossen. Dort erkennt man schön den zonaren Aufbau der Störung mit einer markanten Hauptstöungsfläche, die von einer stark zerscherten Kataklasezone umgeben ist. In dieser wurde das Gestein stark bruchhaft deformiert, sodass sich eine Brekzie tektonischen Ursprungs (ein Kataklasit) bildete. Die Foliaiton des Gneises ist kaum noch erkennbar, stattdessen dominieren störungsparallele Bruchbänder das Erscheinungsbild. Außerhalb der Kataklasezone ist das parallel foliierte Gneisgefüge wieder gut ausgeprägt. Das Gestein wird noch von zahlreichen Bruchflächen durchzogen, die jedoch so weitständig sind, dass sich kein Kataklasit mehr gebildet hat. 
 

Aufschluss einer Störung mit Kataklasezone
Störungszone mit einer markanten Hauptstörungsfläche, die von einer stark zerscherten Kataklasezone umgeben wird. In weiterer Entfernung von der Störung gibt es weitständige Bruchflächen, zwischen denen das foliierte Gneisgefüge noch erhalten ist.  © LfULG
zurück zum Seitenanfang