Silurische Kieselschiefer auf dem Eichberg
Ort: Eichberg bei Weißig
Sehenswürdigkeit: silurische Kieselschiefer
Status: Geotop
Anreise mit PKW: A 4 Ausfahrt 88 b Salzenforst, nach Norden B96 bis Wartha, nach Osten bis Steinitz und auf der Alten Bautzener Landstraße bis Weißig
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: RB60 Dresden – Görlitz bis Bautzen, Bus 500 Bautzen- Hoyerswerda bis Königswartha, Bus 775 Königswartha – Groß Särchen bis Weißig
Während der Befreiungskriege von der Herrschaft Napoleons fand am 19. Mai 1813 auf dem Eichberg bei Weißig ein Gefecht zwischen französischen und preußisch-russischen Truppen statt, welches für beide Seiten sehr verlustreich endete. Im Jahr 1913 wurde für dieses ein Denkmal errichtet, welches das Wahrzeichen des Eichbergs bildet.
Doch der Eichberg ist auch aus geologischer Sicht interessant: Hinter dem Denkmal im Wald befindet sich einer der wenigen obertägigen geologischen Aufschlüsse des Görlitzer Schiefergebirges. Hier kann man an den Hangresten eines Steinbruchs Kieselschiefer des Silurs sehen. Das Gestein ist ein sehr feinkörniges Sedimentgestein und zeichnet sich durch eine dunkelgraue Farbe, eine feine Bankung und dünne Schichtung aus.
Solche Gesteine sind charakteristisch für die Periode des Silurs. In diesem Erdzeitalter war der Schelf des Urkontinents Gondwana, auf dem Sachsen damals lag, vom Meer überflutet. Die Sedimentation erfolgte in einem ruhigen landfernen Milieu, in welchem feinkörnige Gesteine mit einer großen Verbreitung gebildet wurden. Die Verhältnisse am Meeresgrund waren sehr sauerstoffarm (euxinisch), sodass die abgelagerten Sedimente kohlenstoffreich und pyrithaltig sind. Im Gestein fanden sich Fossilien (Graptolithen und Conodonten), auf deren Grundlage dieses der unteren Graptolithenschiefer-Formation zugeordnet wurde.
Regionalgeologisch gehört der Eichberg zum Görlitzer Schiefergebirge, welches ein Bereich der Erdkruste ist, der bei der variszischen Gebirgsbildung vor ca. 360-330 Millionen Jahren stark deformiert wurde. Das Görlitzer Schiefergebirge wird als Akkretionskeil interpretiert, der sich durch Abschuppung von Sedimenten in einer Überschiebungszone bildete. Die strake tektonische Beanspruchung während der Gebirgsbildung sieht man dem Kieselschiefer vom Eichberg an: Das Gestein ist engständig zerbrochen und von zahlreichen Quarzgängen durchzogen.