Topasfelsen Schneckenstein
Ort: Vogtländisch-Böhmisches Mineralienzentrum Schneckenstein
Sehenswürdigkeit: Topasfelsen des Schneckensteins mit Mineralienzentrum
Status: Nationaler Geotop
Anreise mit PKW: Autobahn A72 bis Abfahrt 7 Plauen-Ost, Bundesstraße B169 bis Falkenstein, K7830 bis Muldenhammer, Schneckensteiner Straße oder Bundesstraße B283 von Aue bis Muldenhammer, Schneckensteiner Straße
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bus 70 Plauen - Falkenstein - Rodewisch in Falkenstein umsteigen in Bus 23 Falkenstein - Schneckenstein bis Schneckenstein
Der Topasfelsen Schneckenstein ist ein markanter Felsen und mit 883 Metern ü.N.N. eine der höchsten Erhebungen des Oberen Vogtlands. Zum Schutzes des Felsens ist er umfriedet und kann nur zu bestimmten Öffnungszeiten besichtigt werden.
Die Entstehung des Schneckensteins ist eng mit dem Eibenstocker Turmalingranit verknüpft, einem Teil des Nejdek–Eibenstocker Massivs, der vor rund 319,8 ± 1,0 Millionen Jahren Jahren in der Erdkruste kristallisierte.
Der Felsen befindet sich rund 400 Meter vom Granitkörper entfernt innerhalb dessen Kontakt-Aureole, also innerhalb von Gesteinen, die durch die Platznahme des heißen Magmas beeinflusst und umgewandelt wurden. Während der Granitintrusion entstanden mehrere Diatreme (explosive Durchschlagsröhren), die mit Quarzporphyren oder Brekzien verfüllt wurden. Anschließend durchliefen sie eine pneumatolytische Gesteinsumwandlung durch heiße leichtflüchtige Substanzen, welche der magmatischen Schmelze entwichen und in das Nebengestein eindrangen. Neben Wasser, Fluorwasserstoff und Silizium enthielten diese aggressiven Gase auch Schwer- und Edelmetalle. Durch komplexe geochemische Prozesse verdrängten die in den pneumatolytischen Gasen enthaltenen Substanzen die ursprünglichen Gesteinsbestandteile. Es bildeten sich neue Minerale und Erze. Dieser Prozess wird als als Greisenbildung bezeichnet. Der Schneckenstein stellt den widerstandsfähigen Rest einer solchen pneumatolytisch überprägten brekziösen Diatremfüllung dar.
Die Greisenbildung verlief zweistufig:
1. Zunächst bildete sich durch Borinfiltration Turmalin,
2. anschließend entstand Topas aus fluorreichen Lösungen, teils unter Ersatz des Turmalins.
Die Brekzie besteht aus faustgroßen Fragmenten eines quarzitschieferartigen Gesteins, die durch Quarz- und Topaskristalle miteinander verkittet sind.
Topaskristalle in Edelsteinqualität – also solche, die sich für den Schleifprozess eigneten – fanden sich überwiegend in Hohlräumen und Drusen in den obersten Bereichen des Felsens.