Porphyrischer Mikrogranit am Schloss Frauenstein
Ort: Rückseite des Schlosses Frauenstein
Sehenswürdigkeit: Felsen und Härtlingszug aus Mikrogranit
Status: Geotop
Anreise mit PKW: A 17 bis Abfahrt 3 Dresden-Südvorstadt, B170 bis Unternaundorf, B171 bis Frauenstein, Teplitzer Straße bis Frauenstein Markt
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bus 365 Dresden-Hauptbahnhof – Bienenmühle bis Frauenstein Markt oder Bus 732 Freiberg-Bahnhof bzw. Busbahnhof – Frauenstein bis Frauenstein Markt
zu Fuß Aufstieg zum Schloss und an der Schlossmauer um dieses herum
Hinter dem Schloss Frauenstein liegt der Felsen des Zeisigsteins. Er wird aus einem kompakten Gestein mit rötlicher Farbe und massigem, richtungslosem Gefüge aufgebaut. In dieses sind grobe Kalifeldspat-, Quarz- und untergeordnet Plagioklaskristalle eingeschaltet. Die Kalifeldspäte sind besonders auffällig, da sie einen zonaren Aufbau haben, der mit bloßem Auge erkennbar ist. Sie werden von Rändern aus Plagioklas (Oligoklas) ummantelt.
Solche Gesteine werden entweder als Mikrogranit oder in älterer Fachliteratur als Granitporphyr bezeichnet. Ihr Gefüge ist typisch für subvulkanische Gesteine und Ganggesteine. Sie bilden sich, wenn ein Magma nahe der Erdoberfläche auskristallisiert, ohne an diese auszutreten. Die Grundmasse dieser Gesteine ist meist durch Korngrößen von 1-3 Millimetern charakterisiert. Deshalb wird das Gestein mit der Vorsilbe »Mikro« und dem plutonischen Gesteinsbegriff benamt. Am Schloss Frauenstein hat das Gestein eine granitische Zusammensetzung mit Quarz, Kalifeldspat und Plagioklas. Der Begriff »Porphyr« bezeichnet ein magmatisches Gesteinsgefüge, wo in einer feinen Grundmasse große Kristalle eingesprengt sind.
Der Felsen des Zeisigsteins gehört zu einem Höhenzug, der sich nach Nordost im Wald fortsetzt und aus dem gleichen Gestein besteht. Geologische Kartierungsarbeiten haben gezeigt, dass es sich um einen magmatischen Gang handelt, der zur Caldera-Ringstörung der Teplice-Caldera gehört. Er bildet einen ca. 9 Kilometer langen Seitenzweig der westlichen Ringstörung. Beim Einbruch der Caldera wurde Magma in die Ringstörung gequetscht, welches schon Kristalle enthielt - die Einsprenglinge. Der flüssige Teil des Magmas erstarrte im magmatischen Gang sehr schnell, sodass sich nur kleine Kristalle ausbilden konnten - die Grundmasse.
Müller und Seltmann (2002) sowie Müller et al (2005) haben die Gesteine des Ringganges geochemisch untersucht und aus den Befunden Aussagen zur Entwicklung des magmatischen Systems abgeleitet.