Käbschütztal
Ort: Leutewitz im Käbschütztal
Sehenswürdigkeit: Vulkanische Gesteine des Meißen-Priestewitzer Vulkanitkomplexes
Länge: 2 Kilometer in einer Richtung
Schwierigkeit: leicht
Anreise mit PKW: A14 Ausfahrt 37 Nossen-Ost, B 101 bis Krögis, K8031 nach Norden bis Leutewitz Teich
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: S1 ab Dresden Hauptbahnhof Richtung Meißen Triebischtal bis Meißen, ab Meißen Busbahnhof mit Bus 417 Richtung Lommatzsch bis Leutewitz Gutshof
Start: Teich Leutewitz
Stationen: Teich Leutewitz – Eisenbahndamm im Tal des Käbschützbaches – ehemaliger Steinbruch Leutewitz – Sornitz – Haltepunkt Käbschütz – ehemaliger Steinbruch Käbschütz
Wandert man vom Dorfteich in Leutewitz am Käbschützer Bach entlang bis nach Käbschütz, durchläuft man zuerst die Unterlage des Meißen-Priestewitzer Vulkanitkomplexes: Auf der Talsohle steht der Monzonit des Meißener Massivs an, ein Tiefengestein, welches aus mehreren Magmenschüben vor ca. 330 Millionen Jahren in einigen Kilometern Tiefe kristallisierte. Darauf wurden die Gesteine des Meißen-Priestewitzer Vulkanitkomplexes abgelagert. Diese haben ein Alter von ca. 300 Millionen Jahren. Dass vulkanische Gesteine, die sich an der Erdoberfläche bilden, direkt auf einem Tiefengestein auflagern, zeigt, dass dieses aus seinem Entstehungsraum im Erdinneren bereits an die Tagesoberfläche exhumiert worden war, als die vulkanische Eruption stattfand.
Im ehemaligen Steinbruch nördlich des Dorfteiches von Leutewitz ist ein ca. 20 Meter mächtiger Rhyolith aufgeschlossen. Seiner Entstehung nach wird das Gestein als Ignimbrit bezeichnet. Ignimbrite entstehen bei der explosiven Eruption von Glutwolken bzw. sogenannten pyroklastischen Dichteströmen, die am Boden entlang fließen. Die Bestandteile des Dichtestroms bestehen aus Asche, Gesteinsbruchstücken und Kristallisaten. Auf Grund der hohen Temperatur, welche das Gestein bei seiner Ablagerung hat, werden die Partikel miteinander verschweißt und bilden ein kompaktes Gestein.
Bereits vom Weitem fällt im Steinbruch Leutewitz die massige Erscheinung mit großen Säulen variabler Einfallsrichtung auf. Da sich Säulen in Eruptivgesteinen stets senkrecht zur Abkühlungsrichtung bilden, deuten die Änderungen des Säuleneinfallens auf Neigungen im Untergrund der vulkanischen Ablagerung hin.
Unweit vom Bahnhof Käbschütz liegt ein weiterer, kleinerer geologischer Aufschluss. Hier hat das Gestein ein völlig anderes Erscheinungsbild: Es zeigt eine horizontale Schichtung und Bankung, wie sie typisch für Sedimentgesteine ist. Schaut man sich das Gestein aus der Nähe an, fällt jedoch das porphyrische Gefüge auf, welches typisch für Vulkanite ist. Solche Gesteine werden als vulkanoklastische Gesteine oder als Tuffe bezeichnet. Sie entstehen, wenn vulkanische Auswurfprodukte in Aschewolken durch die Luft verfrachtet werden und sich dann an der Erdoberfläche absetzen.
Die Vulkanoklastite am Bahnhof Käbschütz weisen Anzeichen einer geochemischen Umwandlung auf, besonders die Feldspatkristalle im Gestein sind zersetzt. Die Kaolinitisierung, ein Vorgang der chemischen Verwitterung, fand in der Region so tiefgreifend und umfangreich statt, dass sich Kaolinlagerstätten bildeten, welche z.B. für die Herstellung des Meißener Porzellans abgebaut werden. Im Aufschluss am Bahnhof Käbschütz kann man ein nur teilweise verwittertes Gestein sehen.