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Glimmerschiefer und Amphibolit am Schusterstein

Schusterstein
Der Schusterstein besteht aus Glimmerschiefer, der von einem Amphibolit, einem metamorph überprägten Basaltgang, durchschlagen wird.  © LfULG

Ort: Ufer der Chemnitz bei Lichtenau

Sehenswürdigkeit: Glimmerschiefer des Schiefermantels des Granulit-Massivs

Status: interessanter Aufschluss ohne Geotopschutz

Anreise mit PKW: A4 Abfahrt 70 Chemnitz-Glösa, B107 Chemnitztalstraße nach Norden Richtung Rochlitz 3 km, Parkplatz an der B107, Kreuzung Chemnitztalstraße – Wittgensdorfer Weg, Waldweg nach Westen bis in die Flussschleife der Chemnitz

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bus 637 Chemnitz-Busbahnhof - Mittweida bis Auerswalde Unterdorf, nach Westen zur Chmnitztalstraße, auf dieser ca. 200 m auf B 107 bis zum Parkplatz an der Kreuzung Wittgensdorfer Weg, Waldweg nach Westen bis in die Flussschleife der Chemnitz

Der Schusterstein liegt in einer Schleife des Chemnitz-Flusses. Er besteht aus zwei amphibolitfaziellen metamorphen Gesteinen: Glimmerschiefer und Amphibolit. Der Amphibolit ist ein metamorph überprägter Basaltgang (Metabasalt), welcher den Schusterstein mit einem mittelsteilen Einfallen durchsetzt. Als Ausgangsgestein des Glimmerschiefers kommen paläozoische Sedimente in Frage, die in der weiteren Umgebung zu finden sind. Er zeichnet sich durch seine engständige, parallele Foliation und das daraus entstehende plattige Erscheinungsbild aus. 
 

Schusterstein Scherbandgefüge
Ein von links oben nach rechts unten verlaufendes Scherband liegt winkelig zur Foliation. An den Rändern der Scherzone dreht die Foliation in eine parallele Richtung zum Scherband ein.  © LfULG

Grobe Kristalle, welche von der Foliation umflossen werden, bezeichnet man als Klasten. Sie haben häufig eine sigmoidale asymmetrische Form mit Schwänzen, an denen der Geologe die Scherungsrichtung ablesen kann. Sie werden deshalb als Schersinnindikatoren bezeichnet. Am Schusterfelsen deuten sie auf eine Scherung des Hangenden nach Südosten hin. 

Die Gesteine des Schustersteins gehören zum Schiefermantel des Granulit-Massivs. Dieser bildete sich, als das hochmetamorphe Gestein Granulit aus großen Tiefen an die Erdoberfläche aufstieg und dabei das überlagernde Gestein zur Seite abgeschert und metamorph überprägt wurde. 

Glimmerschiefer mit Schersinnindikatoren
Grobe Kristalle, die Sigmaklasten, werden von der Foliation umflossen. Sie haben eine asymmetrische Form, an welcher sich ein Schersinn des Hangenden nach rechts (Südosten) ablesen lässt.  © LfULG

Eine weitere Sehenswürdigkeit liegt nur wenige Meter vom Aufschluss entfernt: der Schustersteintunnel am Chemnitztalradweg. Er ist ein ehemaliger Eisenbahntunnel, welcher die Chemnitz-Schleife abschneidet. 

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