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Glimmerschiefer der Burg Rabenstein

Glimmerschieferaufschluss an der Burg Rabenstein mit Denkmal für Carlowitz
Am Fuß der Burg Rabenstein befindet sich ein geologischer Aufschluss mit Glimmerschiefer. Neben diesem steht das Denkmal für Hans Carl von Carlowitz, der das Leitbild für nachhaltiges Wirtschaften erschuf.  © LfULG

Ort: Rabenstein

Sehenswürdigkeit: Glimmerschiefer mit Boudins und Falten

Status: Geotop

Anreise mit PKW: A 72 bis Abfahrt 16 Chemnitz-Rottluff, von da nach Westen Kalkstraße, Oberfrohnaer Straße bis zur Burg Rabenstein oder

A4 bis Abfahrt 67 Limbach-Oberfrohna und nach Süden Oberfrohnaer Straße bis zur Burg Rabenstein

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: RB 30 zwischen Zwickau und Dresden bis Chemnitz Siegmar, Bus 253 nach Limbach-Oberfrohna bis Burg Rabenstein

Die Burg Rabenstein wurde auf einem Glimmerschieferfelsen errichtet, der zum südwestlichen Schiefermantel des Granulit-Massivs gehört. Der Schiefermantel besteht aus metamorphen Gesteinen, die das Granulit-Massiv vollständig umschließen. Als Ausgangsgestein des Glimmerschiefers kommen paläozoische  Sedimente in Frage, die in der weiteren Umgebung des Granulit-Massivs zu finden sind. Beim Aufstieg des Granulit-Massivs aus großen Tiefen wurden sie abgeschert, zur Seite befördert und metamorph überprägt. Allen Gesteinen im Kontakt mit dem Granulit ist gemeinsam, dass ihr Metamorphose-Peak mit einer starken Temperaturerhöhung einhergeht. Die Ursache für diesen Prozess sieht man darin, dass der heiße Granulit Wärme an seine Umgebungsgesteine abgab und diese aufheizte.

Am Glimmerschieferfelsen der Burg Rabenstein kann man zwei Typen von Gesteinen sehen: Der Glimmerschiefer ist dunkel und  engständig foliiert (geschiefert). Auf den Schieferungsflächen sind metallisch glitzernde plattige Minerale zu erkennen: die Glimmer. In diese Grundmasse sind Bänder und Linsen von hellem, massigem Kalkstein und Quarz eingeschaltet. Manchmal treten die Linsen in Bändern auf und werden an ihren Rändern ausgelängt.

Während des Aufstiegs des Granulit-Massivs wurden die Gesteine fortwährend geschert, das heißt sie waren sinkenden Druck-Temperatur-Bedingungen ausgesetzt.  Davon zeugen im Glimmerschiefer Granatkristalle, die von Chlorit ersetzt wurden (Pseudomorphosen von Chlorit nach Granat), welcher bei niedrigeren Temperaturen stabil ist als der Granat. Die Quarz- und Kalkstein-Lagen bilden bei höheren Temperaturen Falten, die eine bruchlose Deformation des Gesteins belegen. Bei niedrigeren Temperaturen wurden sie spröd deformiert. Dabei wurden größere Kalksteinkörper regelrecht zerrissen. Die dabei entstandenen Scherlinsen werden von der Glimmerschiefermatrix umflossen. Solche Strukturen bezeichnet der Geologe als Boudins. Sie zeigen, dass das Gestein einer spröd-duktilen Deformation ausgesetzt war. Die Deformation fand unter Temperaturbedingungen statt, bei denen Kalkstein und Quarz bereits spröd reagierten und zerbrachen. Die Silikate der Glimmerschiefermatrix reagierten aber noch duktil bruchlos.

 

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Glimmerschiefer, in dem die dunkelgrauen Flecken von Chlorit ersetzte Granatkörner darstellen, die eine retrograde Überprägung des Gesteins bei der Scherung belegen.

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(© LfULG)

Scherlinsen von Kalkstein (Boudins), die von Glimmerschiefer mit einer engständigen Foliation umflossen werden.

Boudins in Glimmerschiefer
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(© LfULG)

Falte im Glimmerschiefer.

Falte in Glimmerschiefer.

Mehr über das Granulit-Massiv erfahren

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