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Gestein des Jahres

Das bekannteste Gestein der Welt – Andesit als Gestein des Jahres 2020

Andesitrose vom Hellerberg in Rheinland Pfalz  © Manuel Lapp

»Andesit? – Nie gehört…« wird ein geologischer Laie jetzt wahrscheinlich sagen. Aber dennoch kann man davon ausgehen, dass etwa 170 Millionen Menschen weltweit der englische Namen »Andesite« etwas sagt, nämlich den Nutzern des Spielkonsole-, Smartphone- und PC-Games »Minecraft«. Bei diesem zurzeit erfolgreichsten, weil meistverkauften Spiel der Welt, kann der Nutzer Rohstoffe als würfelförmige Blöcke abbauen (»mine«) und zur Erstellung von Bauwerken, Werkzeugen und anderen Gegenständen nutzen (»craft«). Einer der Gesteinsrohstoffe ist das Gestein des Jahres 2020, der Andesit.

Das Gestein Andesit ist nicht nur ein virtueller Rohstoff, sondern ein sehr reelles vulkanisches Gestein, das nicht nur in Sachsen, sondern an vielen Orten der Erde vorkommt. Dies ist auch an seinem Namen erkennbar, der auf die Gebirgskette, die Anden zurückgeht.

Andesit gibt es nicht nur in Sachsen

Steinmauer aus Andesit, Nordwestsachsen.  © Manuel Lapp

Der Andesit ist neben anderen vulkanischen Gesteinen in Subduktionszonen zu finden, in denen eine tektonische Platte unter die andere in den Erdmantel abtaucht und zum Teil aufgeschmolzen wird. Durch diesen Vulkanismus entstehen Gebirgsketten wie z. B. die Anden, aber auch sogenannte Inselbögen, in denen die Erdkruste durch den - Vulkanismus verdickt wird. Beispiele hierfür sind die Philippinen, die Marianen, Japan oder die Alëuten.

Der Andesit ist somit eines der entscheidenden Gesteine des sogenannten Pazifischen Feuerrings, jener Vulkankette, die sich nahezu komplett einmal um den Pazifik zieht. Aber auch auf Vulkaninseln wie Island oder bei kontinentalen Vulkanen, die nicht von Subduktionszonen beeinflusst sind, finden sich Andesite.

In Deutschland findet man Andesit u.a. im Saar-Nahe-Gebiet, im Westerwald, im Thüringer Wald und im Flechtinger Höhenzug. In Sachsen ist Andesit sehr verbreitet in der Vorerzgebirgssenke, der Döhlen Senke, der Lausitz und in NW-Sachsen.

Auf geologischen Karten und in der Literatur wurde meist der etwas weiter gefasste Gesteinsname »Porphyrit« verwendet. Meist sind es nur kleinere Vorkommen als Gänge, aber auch die Reste größerer Vulkankomplexe sind erhalten. Die Andesitvorkommen in Deutschland bildeten sich im sogenannten Permokarbon vor ungefähr 300 Mio Jahren.

Wo wird Andesit verwendet?

Andesitfundstück aus Zschaitz bei Ostrau, Lange Bildkante 12 cm, RS15434 Sammlung LfULG  © Nico Bayer

Der Andesit als besonders hartes und widerstandsfähiges vulkanisches Gestein findet Verwendung als Schotter oder Splitt im Straßen-, Wege,- und Gleisbau sowie als Zuschlag für die Beton- und Asphaltherstellung. Es gibt in Europa auch Standorte, an denen der Andesit als Naturwerkstein abgebaut wird, z. B. in Südtirol oder auf dem Peloponnes bei Sparta.

Wer kürt das Gestein des Jahres?

Das „Gestein des Jahres“ wird jährlich von einem Expertengremium unter Leitung des Berufsverbands Deutscher Geowissenschaftler e.V. (BDG) mit maßgeblicher Beteiligung sächsischer Landesgeologen ausgewählt. Ziel ist es, Gesteine, die aufgrund ihrer geologischen Entstehung und wirtschaftlichen Bedeutung bemerkenswert sind, in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Was passiert alles im Jahr des Andesits?

Dünnschliffaufnahme eines Andesits aus Kesselsdorf, Döhlen-Becken, lange Bildkante 3,4 mm  © Manuel Lapp

Am 07. Mai 2020 findet im Steinbruch Mammendorf im Flechtinger Höhenzug / Sachsen-Anhalt die Taufe zum Gestein des Jahres statt.

… und in Sachsen? Für den Schiefer, das Gestein des Jahres 2019 fand im bekannten Fruchtschieferbruch in Theuma eine Präsentationsveranstaltung statt. Eine vergleichbare Aktivität in einem sächsischen Steinbruch ist für den Herbst in Vorbereitung.

Das Gestein des Jahres ist sächsisch!

Andesit im Steinbruch Wildschütz, Nordwestsachsen
Andesit im Steinbruch, Nordwestsachsen  © Manuel Lapp

Ein Gestein des Jahres, den Granit, gab es erstmals im Jahr 2007. Die Idee hatte der frühere Vizepräsident des damaligen Landesamtes für Umwelt und Geologie (LfUG), Herr Dr. Werner Pälchen.

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