Geologie im Fokus
Kooperation des LfULG mit dem EVTZ und der DB InfraGO
Vor über 10 Jahren begann der Sächsische Geologische Dienst in Amtshilfe für die sächsische Staatsregierung aus den im Archiv vorhandenen geologischen Datenschätzen ein Untergrundmodell für die Eisenbahnneubaustrecke Dresden-Prag zu erarbeiten und im Zuge begleitender Projekte fortzuschreiben. Seit 2020 bestehen Kooperationsvereinbarungen mit dem Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) Eisenbahnneubaustrecke Dresden- Prag, mit Sitz in Dresden, und der DB InfraGO für eine fachbegleitende Zusammenarbeit. Die Abteilung Geologie begleitete bis Ende 2024 die Erkundungsarbeiten der Bahn im Rahmen der ingenieurgeologischen Landesaufnahme und der Koordinierung von Forschungsaktivitäten unterschiedlicher wissenschaftlicher Einrichtungen.
Die Bedeutung der Geologie für das Projekt Neubaustrecke mit dem Erzgebirgstunnel widerspiegelt sich im 10. Jahr des Bestehens des EVTZ auch in der aktuellen Ausstellung in der Geschäftsstelle im Carolaforum am Carolaplatz. Gesteinsproben aus dem Trassenverlauf des Erzgebirgstunnels, ein Geländemodell, kombiniert mit einem geologischen Schnitt entlang der Tunnelachse, das Modell einer Tunnelbohrmaschine sowie großformatige Bilder rund um das Thema Geologie lassen erahnen, wie komplex das Vorhaben ist.
Der EVTZ ist paritätisch durch die sächsische und tschechische Staatsregierung und die beiden Regionen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Bezirk Ústí nad Labem vertreten. Seit seiner Gründung 2016 setzt er sich auf nationaler und internationaler Ebene für die Umsetzung dieses europäischen Infrastrukturgroßprojektes ein.
Im November 2025 wurde die Eisenbahnneubaustrecke Dresden - Prag von der neuen Korridorkoordinatorin, Margarida Marques, auf dem Korridorforum des transeuropäischen Netzwerkes Verkehr als besonders förderungswürdiges Projekt hervorgehoben. Nun besucht Frau Marques am 9. und 10. März 2026 auf Einladung des EVTZ mit der sächsischen Verkehrsministerin, Bettina Kraushaar, die EVTZ-Geschäftsstelle, das Infozentrum der Deutschen Bahn und deren Bohrkernlager. Dort lagern über 8 km Bohrkerne aus über 30 Bohrungen der ersten beiden Erkundungsetappen im Rahmen der Erstellung der Vorplanung. Das Referat Ingenieurgeologie, das den Erkundungsprozess fachlich begleitet hat, ist ebenfalls eingeladen, um anhand von Roll ups Fragen zur Erarbeitung des 3-D-Modells zu beantworten.