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Aktuelles

Das Landesamt plant den Neubau eines hochmodernen Proben- und Bohrkernarchivs, das gemeinsamen mit der TU Bergakademie Freiberg genutzt werden soll

Das Bild zeigt das derzeitige Kernlager mit Auslagen und Aufbewahrungsregalen.
Derzeitiges Kernlager in Obergruna mit Auslagen und gestapelten Paletten.  © LfULG

Die auch international bedeutende Bohrkern- und Probensammlung des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) erhält gemeinsam mit Teilen der Gesteinssammlungen der TU Bergakademie Freiberg einen Neubau - das Sächsische Gesteinsanalytikzentrum (SGA). Mit der Zusammenführung sollen Synergieeffekte genutzt werden, die sich in einer optimierten technischen Ausstattung und hoher Nutzerfreundlichkeit ausdrücken.  Als Standort ist eine Liegenschaft an der Lessingstraße in Freiberg vorgesehen.

Inzwischen sind die Planungen soweit fortgeschritten, dass das Landesamt als der künftige Hausherr eine Projektgruppe einberufen konnte, die eigene und Vertreter der mitnutzenden TU Bergakademie umfasst. Aufgabe der Gruppe ist es, gemeinsame Bewirtschaftungsregeln aufzustellen und die Anforderungen der beiden künftigen Nutzer zu koordinieren. Das Landesamt mit Sitz in Freiberg hatte ursprünglich zwei Kernarchive. Eins davon am Standort in der Halsbrücker Straße 31 a in einer Zelthalle, das andere in Rothenfurth in den Tagesanlagen des ehemaligen Ferdinandschachtes.

Auslage von Bohrkernen im Bohrkernarchiv.
Auslage von Bohrkernen.  © LfULG

Die Bohrkerne stammen aus etwa 25.000 Bohrungen und ergeben aneinandergelegt eine Strecke von 135 km. Dass sie von unschätzbarem Wert sind, lässt sich am Interesse der Wirtschaft ermessen, die z. B. in Erkundungsbohrungen auf Zinn aus den 1970er Jahren heute Lithiumvorkommen erkundet.

Lithium ist ein Element, das für die Herstellung von Batterien (E-Mobilität) in großen Mengen nachgefragt wird. Die Vorräte der Lagerstätte Zinnwald mit 125.000 t Lithium wurden im Jahr 2011 maßgeblich mit Hilfe der im LfULG archivierten Bohrkerne berechnet.

Die Handstücksammlung des Landesamtes beinhaltet ca. 100.000 Proben aus der nun schon 150 Jahre währenden Geschichte des Sächsischen geologischen Diensts (gegründet als Königlich Sächsische Geologische Landesanstalt). Sie stellt ein weltweit unikales Kulturgut von herausragendem Wert dar.

Die für die Unterbringung im SGA vorgesehenen Bestände der geowissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg besitzen ebenfalls herausragenden Wert als Kulturgüter und als Zeugnisse der sächsischen Industrie- und Bergbaugeschichte.

Bohrkerne aus einer Rammkernsondierung.
Bohrkerne aus einer Rammkernsondierung.  © LfULG

Im Neubau des Sächsischen Gesteinsanalytikzentrums (SGA) ist eine Nutzfläche von knapp 3000 m² vorgesehen. Geplant werden drei mit modernen Logistiktechnologien betriebene Hauptbereiche:

1.- Schwerlast- Hochregalmagazin für Bohrkerne und größere Proben auf Euro-2-Paletten

2.- Regalmagazin für Handstücksammlungen und kleinere Proben

3.- Wissenschaftlicher Arbeits- und Präparationsbereich mit Schlifflabors, Auslagehallen etc.

Nach seiner Fertigstellung werden im SGA die Bohrkerne und Proben sowohl für geowissenschaftliche als auch wirtschaftliche Fragestellungen bereitgestellt. Als externe Nutzer sind neben der Industrie und der Wissenschaft auch Privatpersonen willkommen.

Mit der 2023/2024 erwarteten Fertigstellung des modernen SGA wird der Geomontanstandort Freiberg weiter gestärkt.

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